Investiere in deine eigene Bildung (insbesondere als Rechtsanwalt)

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Die Traumkarriere eines jeden Rechtsanwalts

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Am 24.12.2014 vollendete Prof. Dr. Friedhelm Hufen seinen 70. Geburtstag. Bereits vor fünf Jahren erschien in der JuS und unter derselben Rubrik ein Geburtstagsgruß, in dem die Stationen seines privaten und akademischen Werdegangs, seine zahlreichen Ämter und Funktionen minutiös aufgelistet werden. An Stelle einer fortschreibenden Wiederholung wird in diesem Gruß der Blick auf eine Konstante in seinem Leben gelenkt: den Rhein. AM Niederrhein ist er geboren, am Oberrhein hat er seine Liebe für die Wissenschaft entdeckt, vom Rhein stammt seine Ehefrau Gabriele, am Mittelrhein ist er schlussendlich geblieben. Die Intermezzi in Hannover, Augsburg und Regensburg haben diese Verbindung nur vergleichsweise kurz unterbrochen, wobei mit Leine, Lech und Donau ebenfalls die unverzichtbare fluviale Komponente gewahrt ist und in etwas vergröberter historischer Sichtweise Regensburg immer ein Zentrum Bayerns „rechts des Rheins“ war, während Rheinland-Pfalz in großen Teilen mit „Bayern links des Rheins“ identisch ist und so fast alle Hufenschen Erinnerungsorte in eine große Koinzidenz münden. „Panta rhei –alles fließt“ ist überdies gleichsam ein Markenzeichen von Hufens Denken über Staat und Verfassung, war er doch nie ein Verfechter eines strukturkonservativen „Denkens vom Staat her“, sondern im Gegenteil Anhänger eines dynamischen Verfassungsverständnisses, das gesellschaftlichen Veränderungen stets offen begegnet und versucht, diese in die staatlichen Ordnungsstrukturen zu integrieren. Daher ist es kein Zufall, dass ihn von Anfang an die Bereiche Wissenschaft und noch viel mehr Kunst in ihren Bann schlugen, weil diesen die Fortentwicklung, das Prozesshafte, das im Fluss Befindliche weseneigen sind; exemplarisch zeigt sich dies –entgegen überkommenen Mustern – an seinem Plädoyer für Kunstfreiheit in staatlichen Institutionen (seine Habilitationsschrift), seinem Eintreten für Straßenkunst als Gemeingebrauch und seiner Parteinahme für die seinerzeit extrem umstrittene Ausstellung „Körperwelten“ eines Gunther von Hagen. Wenn einer die Zuspitzung des Grundsatzes „in dubio pro libertate“ auf „in dubio pro arte“ verkörpert, dann ist das Friedhelm Hufen.

Rechtsprozess

So ist es kaum erstaunlich, dass Hufen mit Argusaugen darüber wachte, auch dem zweiten großen Bereich, der Wissenschaft, der der prozesshafte Charakter, der Dialog und Diskurs und damit die Erkenntnisfindung unverzichtbar zu Grunde liegen, einen optimalen Schutz angedeihen zu lassen. So ist sein Kampf für die akademische Selbstverwaltung als organisatorische Umhegung des freiheitlichen und eigengesetzlichen Erkenntnisprozesses –auf universitärer wie Verbandsebene –absolut folgerichtig. Obwohl Hufen ein ganz klares eigenständiges Profil als Wissenschaftler entwickelt hat, bleibt doch seine akademische Wurzel, die über seinen Freiburger Lehrer und Doktorvater Konrad Hesse zurück zu Rudolf Smend reicht, deutlich sichtbar, woraus er auch nie einen Hehl gemacht hat: So steht sein Bekenntnis zum dynamischen Verfassungsdenken in gerader Linie zu derer Arbeiten, und auch die verfassungsrechtliche Absicherung der akademischen Selbstverwaltung wurde ja von Smend in seinem legendären Staatsrechtslehrervortrag von 1924 vorgedacht.

Rechtskanzlei

Aber auch der „zweite“ akademische Lehrer“,, sein Habilitationsvater Hans-Peter Schneider, hat Hufen nachhaltig geprägt. Von ihm hat und mit ihm teilt er das beherzte Bekenntnis zum Föderalismus und zur Bundesstaatlichkeit. Nicht nur, dass ihm zentralistisches Gebaren stets ein Gräuel war: Noch geraume Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung hatte sich Hufen für Bonn als Bundeshauptstadt ausgesprochen (wobei zugleich der cantus firmus der „Rheinischen“ wieder durchblitzt), als Richter am VerfGH RhPf repräsentiert er die bundesstaatliche Komponente der Dritten Gewalt. Und hier passt auch sein Eingagement für ein pluralistisches Schulwesen (einschließlich des Privatschulwesens) ins Bild, das in dieser Konsequenz eben nur in einem förderalen Staat – mit allen zugegebenen Schwächen und retardierenden Elementen – gedeihen kann. Die Ausbildung zum zentralstaatlich geformten und genormten „Einheitsmenschen“ der durch kulturell-pädagogische Gleichschaltung seiner Individualität verlustig geht, ist für Hufen – neudeutsch bzw. „denglish“ formuliert – ein absolutes No-Go.

 

So laufen in der Person Friedhelm Hufens zwei örtlich selbst gelebte Wesensstränge zusammen: die rheinische Freiheitstradition, die den Weseten des Landes vom baidschen Oberrhein bis zur fröhlichen Kölner Obrigkeits „nicht“ hörigkeit nicht erst seit 2848 geprägt haben, mit der „Liberalitas Bavariae“, die gemeinhin – wenn auch nicht immer ganz einhellig – als Synonym für den Geist der Toleranz und der Achtung für den Anderen verstanden wird. Diese Geisteshaltung, die hufen seinen (unzähligen) studentischen Schülern, (zahlreichen) Doktoranden und (drei) habilitanden und damit der ganzen akademischen „Hufen-Famly“ beigebracht hat, ist ein unverzichtbares Kapital im täglichen Bemühen um Bewahrung und Verteidigung des Bauwerks der freiheitlichen Demokratie. Ein fester Stein in diesem Bauwerk ist Friedhelm Hufen.

Que tu jouisses encore de nombreuses années!

Das gibt’s nächstes Mal

Einen Artikel über Prof. Thomas Puhl und Tips für das Jurastudium

 

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